Die Sehnsucht nach dem Endlichen und Inseln der Kohärenz

Der erste Teil der Überschrift könnte in die Irre führen – es geht nicht ums Sterben, sondern um einen befriedigenden, geradezu friedlichen Zustand, das gute Gefühl, was fertig gemacht zu haben. (Hm, vielleicht doch irgendwie was mit Sterben … na ein weites Feld.)

Im Frühling war ich nach langer Zeit mal wieder in einem Buchantiquariat. In keinem Ladengeschäft, sondern in einer großen Wohnung in Frankfurt, im Hochparterre mit sehr hohen Decken und sehr sehr vielen Büchern. Ich hab mich sehr sehr wohl gefühlt. Mehreres war parallel: die schöne Erinnerung an einen früheren Job, an Lesen in Urlauben, die Neugier auf den Inhalt eines neu aufgeschlagenen Buches und das wohlige oder traurige Gefühl, es fertig gelesen zu haben – und Melancholie, weil solche Orte am Aussterben sind. Obwohl sie so viel Magisches haben und es wahrlich genug alte Bücher gäbe, werden sie an niemanden vererbt. Es ist in der Tat endlich.

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8 Wochen krank

Dieses Blechschild hat mir heute mehr Trost gespendet als die wirklich vielen und liebevollen Zusprüche von Freund:innen, Apothekerinnen, Ärztinnen und Heilpraktikerinnen (letztere waren tatsächlich alles Frauen) seit Anfang März. Seitdem hab ich nämlich Erkältung.

Gemein, dass ein Bär auf einer Teewerbung diesen Effekt hat, während sich fürsorgliche Mitmenschen wirklich wochenlang ins Zeug legen. Und es ist ja nicht so, dass nicht zwischendurch auch was geholfen und getröstet hat.

Aber erstmal lebensfreudig zu etwas Bevorstehendem:

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Eine Haushaltsauflösung in München

Eins von vielen Schildern unseres Hausflohmarkts

Das war wieder mal ein wilder Ritt in meinem Projekte-Leben … aber diesmal privat. Und mit anderem Thema, weniger Beteiligten, weniger Publikum – doch wieder ohne Pferde und wieder stand Ressourcenschonung an oberster Stelle:

➡️ Wie löse ich den Haushalt – 40 Jahre Leben meiner engagierten und vielseitig interessierten Eltern – in 14 Tagen komplett auf und erzeuge dabei nicht nur so wenig (Sperr-, Textil- und Papier-)Müll wie möglich sondern sorge für eine weitere Verwendung möglichst vieler Dinge?

Der erste Teil der Aufgabe war gesetzt, der zweite Teil selbst definiert und nicht nur als alte Ökotrulla mein erklärtes Ziel, ich wusste, mir wird damit auch der Abschied von Vielem leichter fallen. In hatte zwar nicht mehr an diesem Ort mitgewohnt, dennoch ist es das Ende eines langen Abschnitts Eltern und Familie und damit voller Emotion. 

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