
Der erste Teil der Überschrift könnte in die Irre führen – es geht nicht ums Sterben, sondern um einen befriedigenden, geradezu friedlichen Zustand, das gute Gefühl, was fertig gemacht zu haben. (Hm, vielleicht doch irgendwie was mit Sterben … na ein weites Feld.)
Im April war ich nach langer Zeit mal wieder in einem Buchantiquariat. Wir haben die aussortierten Bücherkartons einer Berliner Freundin dort abgegeben (hier erzählt sie sehr schön von dem aufwändigen Trennungs-Prozess). Es ist kein Ladengeschäft, sondern ein Versandantiquariat in einer großen Wohnung in Frankfurt, im Hochparterre mit sehr hohen Decken und sehr sehr vielen Büchern. Ich hab mich sehr sehr wohl gefühlt. Mehreres war parallel: Die schöne Erinnerung an einen früheren Job, an Lesen in Urlauben, die Neugier auf den Inhalt eines neu aufgeschlagenen Buches und das wohlige oder traurige Gefühl, es fertig gelesen zu haben – und Melancholie, weil solche Orte am Aussterben sind. Obwohl sie so viel Magisches haben und es wahrlich genug alte Bücher gäbe, werden sie an niemanden vererbt. Es ist in der Tat endlich.
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